3.1.2018 – Unwetterbilanz „Burglind“ im Allgäu

3.1.2018. Am heutigen Mittwoch kam es im gesamten Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West aufgrund des Orkantiefs „Burglind“ zu einer Vielzahl von Feuerwehr- und Polizeieinsätzen.

Ab 10:00 Uhr kam es zunächst in den Landkreisen Neu-Ulm, Günzburg und Unterallgäu sowie der Stadt Memmingen zu mehreren Einsätzen, bei denen hauptsächlich Bäume auf Straßen und Wege gestürzt sind. Einige Straßen mussten für die Bergungsarbeiten gesperrt werden.

In Winterbach im Landkreis Günzburg fuhr ein 40-Jähriger mit seinem Pkw gegen einen Baum, der auf der Kreisstraße GZ 22 lag. Der Fahrer wurde nicht verletzt. Am Pkw entstand Sachschaden in Höhe von ca. 2000 Euro.

Im Süden des Schutzbereichs kam es ebenso zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen durch umgestürzte Bäume. In Kempten wurde die ZUM und der Stadtpark vorsorglich gesperrt, da die Gefahr umstürzender Bäume bestand.

Die Staatsstraße 2055 wurde zwischen Börwang und Untrasried zur Beseitigung mehrerer umgestürzter Bäume gesperrt.

Auf der B 19 im Gemeindebereich Ofterschwang im Bereich „Alter Berg“ stürzte gegen 11:45 Uhr eine Tanne auf einen fahrenden Pkw eines 75-Jährigen. Dieser wurde leicht verletzt. Am Pkw entstand Sachschaden in Höhe von ca. 10.000 Euro. Die B 19 war für die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten für ca. eine Stunde gesperrt.

Ebenfalls leicht verletzt wurden fünf Insassen eines Pkw, der auf der B 310 zwischen Wertach und Oberjoch unterwegs war. Hier stürzte ebenfalls ein Baum durch den Sturm auf den Pkw. Zwei Kinder im Alter von zwei und neun Jahren und drei Erwachsene im Alter von 39 und 31 Jahren wurden vorsorglich in einem Krankenhaus behandelt. Am Pkw entstand Sachschaden in Höhe von ca. 5.000 Euro.

Auf der Kreisstraße OA 5 zwischen Immenstadt und Thanners wurde ein Lkw von einer Böe erfasst, kam daraufhin von der Fahrbahn ab und kippte auf die Seite. Beide Insassen des Lkw blieben unverletzt. Der Sattelzug konnte durch einen Kran wieder aufgerichtet werden. Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 10.000 Euro.

Gegen 13:00 Uhr wurden drei Personen, davon zwei Kinder an einem Skilift in Oberjoch durch Windböen bei der Abfahrt gegen einen Holzzaun geweht und dadurch jeweils schwer, aber nicht lebensbedrohlich verletzt. Die Personen wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

In Lindau und im Oberallgäu fielen umstürzende Bäume, bzw. umherfliegende Gegenstände auf geparkte Pkw. Hier entstand insgesamt ein Sachschaden von mindestens 18.000 Euro. In Oberstdorf wurde das Vordach eines Wohnhauses durch einen Baum beschädigt. Die Bewohnerin wurde mit einem Schock in sein Krankenhaus gebracht. Ein Bootshaus im Lindauer Ortsteil Bad Schachen wurde durch den Sturm zerstört.

Eine Bergbahn in Oberstdorf musste aufgrund der starken Böen angehalten werden. In den Gondeln befanden sich ca. 60 Fahrgäste. Im weiteren Verlauf konnte die Bahn jedoch langsam weiter betrieben werden, so dass alle Fahrgäste ihre Gondeln unverletzt verlassen konnten. Sachschaden entstand nicht.

Aus Sicherheitsgründen wurde die Tour de Ski in Oberstdorf für den heutigen Tag abgebrochen.

Über die genauen Schadenshöhen können momentan keine genauen Angaben gemacht werden. Gegen 15:00 Uhr nahmen die unwetterbedingten Einsätze im Bereich des Präsidiums ab.

(PP Schwaben Süd/West, 03.01.2018, 17:25 Uhr/ho)

(Foto: Polizei)