Innenstadtentwicklung und Möglichkeiten der Verkehrsführung in Kaufbeuren

20.1.2022 Kaufbeuren. Der Kaufbeurer Stadtrat und die Stadtverwaltung beschäftigen sich intensiv mit der Innenstadtentwicklung. Im Rahmen einer Klausurtagung des Stadtrates hat die Verwaltung unlängst zwölf konkrete Maßnahmen vorgestellt:

  • Neuplanung des Bahnhofsareals als Mobilitätsdrehscheibe
  • Ausbau der Freizeitnutzungen am Jordanpark
  • Grünzug vom Berliner Platz entlang des Mühlbaches zum „Nackten Mann“
  • Umbau der Spittelmühle als stadtbildprägendes Ensemble durch einen neuen Eigentümer
  • Verkehrsberuhigung in der Innenstadt durch Reduzierung der Stellplatzzahl und der Höchstparkdauer
  • Stärkere Möblierung des Stadtraums mit Sitzgelegenheiten, Grüninseln und Spielpunkten
  • Zwischennutzungen leerstehender Flächen durch provisorische und unkonventionelle Formate, Schaffung eines Eigentümerforums
  • Mietzuschüsse für die Belebung von Leerständen, Stärkung der Handels- und Gastronomieangebote durch Markenbildung, einheitliche Öffnungszeiten und Investitionen in die Digitalisierung
  • Förderung neuer Veranstaltungsformate, die die historischen Straßen und Platzbilder zu neuen Erlebnisräumen werden lassen
  • Realisierung des Wohnbauprojektes am Afraberg mit Stadtbalkonen und Aufwertung der ehemaligen Stadtbefestigung
  • Bebauung des Areals „Blasius-Blick“ mit einem innenstadtnahen Wohnviertel
  • Neubau der Turnhalle an der Schraderschule als Startpunkt einer umfassenden Quartiersentwicklung

Diese Projekte wurden in der öffentlichen Sitzung des Bauausschusses am 12. Januar 2022 behandelt. Die zwölf Projekte sind Teil der Entwicklungsschwerpunkte, die jeweils thematisch zusammengefasst sind. Eine Übersicht über diese 8 Entwicklungsschwerpunkte finden Sie in der Bildergalerie weiter unten.

Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass insbesondere zur künftigen Verkehrsführung in der Innenstadt eine breite Diskussion der Vorschläge in den nächsten Wochen stattfinden wird. Auf Basis von Verkehrszählungen und Analysen wurden insgesamt vier alternative Szenarien entwickelt, wie der Verkehr in der Innenstadt künftig fließen könnte. Darüber hinaus gibt es Vorschläge zur alternativen Bewirtschaftung der Parkplätze in den Altstadtstraßen. Die Grundlage dafür bilden folgende Erkenntnisse einer Verkehrszählung:

  • 45 % aller einfahrenden Kraftfahrzeuge an einem Dienstag (42 % an einem Samstag) fahren ohne Halt wieder aus der Innenstadt heraus
  • dieser Parksuchverkehr tritt v.a. in der Kaiser-Max-Straße, der Ludwigstraße und der Sedanstraße auf
  • die hohe Zahl an unnötig durch die Innenstadt fahrenden Fahrzeugen beeinträchtigt die Fußgänger und Radfahrer und vermindert gleichzeitig die Aufenthaltsqualität

In der Bildergalerie finden Sie ebenfalls eine Umfrage, in der an zwei verschiedenen Tagen Erkenntnisse darüber gewonnen wurden, zu welchem Zweck sich die befragten Menschen in der Innenstadt aufhalten.

Die vier alternativen Szenarien sowie die Darstellung der aktuellen Situation sind in der Bildergalerie zu finden.

Erläuterung der verschiedenen Modelle

Aktuelle Bestandssituation:

  • Das Straßennetz in der Altstadt umfasst 1,9 Kilometer
  • Es gibt 69 ausgeschilderte Stellplätze sowie 26 Anwohnerparkplätze
  • Tatsächlich kann aktuell mit einem gültigen Parkschein an weiteren Stellplätzen geparkt werden, so ergeben sich 120 öffentliche Parkplätze und 55 Anwohnerparkplätze
  • Die Höchstparkdauer umfasst 60 Minuten, zusätzlich gibt es die sogenannte „Semmeltaste“, die kostenfreies Parken für 15 Minuten vorsieht

Variante 1:

  • Das Straßennetz wird auf 1,5 Kilometer reduziert
  • Die heutige Verkehrsführung bleibt bestehen, lediglich die Straße „Unter dem Berg“ wird für den allgemeinen Verkehr gesperrt und als Bewohnerstraße ausgeschildert.
  • Die Stellplätze werden auf die ursprüngliche Zahl reduziert und durch verstärkende Maßnahmen (Beschilderung, Kontrollen usw.) überwacht
  • Die Hauptparkplätze sollen nicht in mehr in der Innenstadt, sondern auf den umliegenden Parkflächen liegen

Variante 2:

  • Das Straßennetz wird auf 1,4 Kilometer reduziert
  • Die Anzahl der Parkplätze wird auf 56 reduziert
  • Der untere Teil der Kaiser-Max-Straße wird zu einer reinen Fußgängerzone

Variante 3:

  • Das Straßennetz wird auf 1,1 Kilometer begrenzt
  • Die Anzahl der Parkplätze wird auf 40 reduziert
  • Die gesamte Kaiser-Max-Straße wird für den Verkehr gesperrt und zu einer reinen Fußgängerzone
  • Diese Variante wird bereits jeden Donnerstag am Markttag praktiziert

Variante 4:

  • Das Straßennetz wird auf 1,4 Kilometer begrenzt
  • Die Anzahl der Parkplätze wird auf 40 reduziert
  • Die Kaiser-Max-Straße wird zur Fußgängerzone
  • Die Schmiedgasse wird für den Verkehr freigegeben

Alle vier Varianten eint:

  • Es entsteht kein Nachteil für die Anwohner, es bleibt bei den 26 Anwohnerparkplätzen
  • Die Straße „Unter dem Berg“ ist für Anwohner über die Josef-Landes-Straße erreichbar
  • Die Höchstparkdauer beträgt 30 Minuten, damit einhergehen eine ausreichende Beschilderung, eine Übergangsphase und stärkere Kontrollen zur korrekten Umsetzung
  • Einschränkung des Parksuchverkehrs

Mit dieser Darstellung soll allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gegeben werden sich umfassend über die verschiedenen Varianten zu informieren und die eigene Erfahrung und Meinung in den Diskurs einfließen zu lassen. Melden Sie sich gerne unter der E-Mail-Adresse: ob-buero@kaufbeuren.de. Die Stadtverwaltung sammelt sämtliche Zusendungen und bringt diese in die weitere Diskussion im Stadtrat ein.