Verwechslungsgefahr: Attich, der sogenannte Zwergholunder

14.9.2018 Landkreis Unterallgäu. Roh sind die schwarzen Beeren des Holunders leicht giftig. Nach dem Kochen jedoch sind die Giftstoffe verschwunden und Holundermarmelade, -saft und -likör schmecken richtig lecker.

Zurzeit hängen viele Beeren an den Sträuchern. Man muss nur zugreifen. „Aber Vorsicht“, warnt Markus Orf, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Unterallgäu: „Es besteht Verwechslungsgefahr mit dem Attich, dem sogenannten Zwergholunder.“

Und der bleibt laut Orf auch nach dem Kochen giftig. Der Verzehr löst Übelkeit, Erbrechen und Durchfall aus und kann sogar tödlich sein.

„Die ganze Pflanze ist giftig, aber ganz besonders der Samen in den schwarzen Beeren“, erklärt Orf. Er erläutert, wie man den Attich vom Holunder unterscheiden kann:

Der Attich ist eine Staude, wird also nur circa 1,50 Meter hoch und verholzt nicht. Der Holunderstrauch hingegen hat einen holzigen Stamm und kann bis zu fünf Meter hoch werden.

Als Früchte tragen beide Pflanzen schwarze Beeren. Doch die Früchte-Dolden des Attichs stehen aufrecht, während die des Holunsers nach unten hängen.

Ein Holunderstrauch wächst meist einzeln, der Attich hingegen flächig, da er sich über unterirdische Ausläufer verbreitet.

Der Attich riecht unangenehm, auch wenn man ihn kocht. „Sie können auch die Blätter zerreiben, um diesen bitteren Geruch wahrzunehmen“, erklärt Orf.

Er rät: „Die Natur bietet uns besondere Leckerbissen. Aber man sollte vor dem Verzehr unbedingt genau hinsehen.“ Besondere Vorsicht sei geboten, wenn Früchte unangenehm riechen oder bitter schmecken.

Bei möglichen Vergiftungen sollte immer der Rat der Giftnotrufzentrale eingeholt werden. Erreichbar ist der Giftnotruf München unter Telefon (089) 19240.

Achtung Verwechslungsgefahr! Die Beeren des Attichs, auch Zwergholunders genannt, riechen unangenehm und sind auch nach dem Kochen noch giftig. Foto: Markus Orf/Landratsamt Unterallgäu